Panoramafreiheit beim Fotografieren

Im Anschluss an ein Kundengespräch wollte ich heute das Gebäude der Nürnberger Versicherungsgruppe fotografieren. Es ist ein eindrucksvolles Gebäude, das mich schon lange zum Fotografieren reizte. Das Wetter passte perfekt zum weiß-blauen Himmel und so fing ich an, mit der Kamera in der Hand, das Gebäude genauer zu betrachten. Es dauerte auch gar nicht lang, bis mich jemand vom Werksschutz fragte, was ich da so treibe. Er war sehr freundlich aber er sagte mir auch, dass das Fotografieren nur mit schriftlicher Erlaubnis der Geschäftsleitung möglich sei.

Nun, so viel Aufwand wollte ich nicht treiben, um ein paar Fotos von dem Gebäude zu machen und so verließ ich einfach das Grundstück. Vom nahen Gehweg, der Straße und einer Verkehrsinsel hatte ich auch einen guten Blick auf das Gebäude. In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt gibt es die Panoramafreiheit. Darin gilt die bildliche Wiedergabe von Gebäuden die von öffentlichen Verkehrswegen (Straßen, Gehwegen, Plätzen etc.) aus zu sehen sind, auch wenn sie sich auf privaten Grundstücken befinden, als gestattet. Bis auf wenige Ausnahmen (militär. Objekte, Atomkraftwerke etc.) darf alles fotografiert und veröffentlicht werden.

Dennoch ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Zur Aufnahme dürfen keine zusätzlichen Hilfsmittel wie eine Leiter oder ein Gerüst verwendet werden. Eine sichtbehinderndes Element (Mauer, Busch, Zaun usw.) darf auch nicht ohne Weiteres durch ein Hochstativ überwunden werden. Das gilt auch dann, wenn sich das Stativ auf einer öffentlichen Straße befindet. Normale Stative sind von dieser Regelung nicht unbedingt betroffen. Allerdings ist es auch nicht erlaubt, von gegenüberliegenden Gebäuden aus zu fotografieren. Im Zweifelsfall ist die Erlaubnis des Urhebers (Architekten) einzuholen.

Wozu das alles? Nach der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland gehören Bauwerke, zu denen auch Gebäude gehören, zu den urheberrechtlich geschützten Gegenständen. Für eine fotografische Aufnahme ist also die Erlaubnis des Urhebers (Architekten) erforderlich.

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